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Ministerpräsident besucht die Jama, den ehemaligen jüdischen Friedhof und die Geschichtswerkstatt in Minsk
27.04.2010

Matthias Platzeck, Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Brandenburg, besuchte am gestrigen Montag im Rahmen einer von der IBB organisierten Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocausts die Erschießungsgrube „Jama“ auf dem Gelände des ehemaligen Minsker Ghettos sowie den früheren jüdischen Friedhof. Gemeinsam mit ihm gedachten der Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Organisationen und Gemeinden, Leonid Lewin, Vertreter von Vorstand und Direktion des IBB Dortmund und der IBB Minsk sowie gut 60 Zeitzeugen der Opfer. Nach der Veranstaltung stattete Platzeck der Geschichtswerkstatt einen Besuch ab.

Ministerpräsident Platzeck legte einen Kranz am Gedenkobelisken in der „Jama“ nieder und hielt eine Schweigeminute. Leonid Lewin, der als Architekt auch die Neuanlage dieses Erinnerungsorts gestaltet hat, erklärte dem Ministerpräsidenten das Konzept der Gedenkstätte, welche den Abstieg der verfolgten Juden in die Grube zu ihrer Erschießung nachzeichnet. Platzeck sprach auch mit ehemaligen Zwangsarbeitern, Veteranen und ehemaligen KZ- und Ghettohäftlingen über deren Lebensgeschichte. Anschließend machte sich der Ministerpräsident mit seiner Delegation zu Fuß zu den Gedenksteinen auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof auf. Die Gedenksteine wurden in den letzten Jahren von deutschen und österreichischen Kommunen zur Erinnerung an ihre in Minsk umgekommenen Mitbürger aufgestellt.

In einer kleinen Ansprache auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof wendete sich Platzeck direkt an die Zeitzeugen: „Sie, die sie unglaubliches überlebt haben und erleben mussten: Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie zu dieser gemeinsamen Veranstaltung gekommen sind, obwohl ich mir vorstellen kann, dass dies eine unglaubliche Anstrengung sein muss.“ Platzeck berichtete den Anwesenden von zwei Veranstaltungen zur Befreiung der KZs Ravensbrück und Sachsenhausen im Land Brandenburg vor einer Woche, an der ebenfalls Zeitzeugen teilnahmen. Er betonte dabei die Wichtigkeit, Erinnerungen zu bewahren und neue Formen der Erinnerung zu finden. Der brandenburgische Ministerpräsident versprach, die Lehren und Folgen des Holocaust auch über das Lebensende der Zeitzeugen hinaus zu bewahren. Platzeck verteilte Nelken an die anwesenden Zeitzeugen, die diese am Denkmal des „Zerbrochenen Tischs“ für die im Minsker Ghetto getöteten Juden niederlegten.

Im Anschluss besuchte Platzeck die gegenüber dem ehemaligen Friedhof gelegene Geschichtswerkstatt. Besonders beeindruckt zeigte er sich davon, dass die Geschichtswerkstatt ein offenes Haus für Zeitzeugen ist und sich seit Jahren hier lebendige Klubtreffen von Zeitzeugen, Historikern und jungen Freiwilligen stattfinden.





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